|
Die
Erkältung – so sicher wie der erste Frost
Warum wir uns
immer wieder erkälten
Bald
haben wir sie überstanden: die Schnupfenzeit. Auch wenn uns unser
Immunsystem viele Erreger vom Leib hält – bei Erkältungen kapituliert es
regelmäßig. Und so kommt kaum einer durch den Winter, ohne nicht
mindestens ein paar Tage erkältet im Bett zu liegen. Aber warum steckt
man sich immer wieder an?
Viele Krankheiten bekommt man nur
einmal im Leben. Denn sobald unser Körper einmal mit den entsprechenden
Erregern – etwa von Masern oder Röteln – in Kontakt gekommen ist, bildet
er Antikörper, die ihn von diesem Tag an vor allen Angriffen der
entsprechenden Erreger schützen.
Doch Husten und
Schnupfen quälen uns immer wieder – Wissenschaftler schätzen, dass wir
rund 200 bis 300
Erkältungen
im Laufe unseres Lebens mitmachen. Warum schafft es unser körpereigenes
Abwehrsystem nicht, uns gegen die Erreger zu immunisieren? Drei Gründe
sind ausschlaggebend: die Vielzahl der Erreger, ihre Wandlungsfähigkeit
und der dauernde Kontakt mit ihnen.
Die Menge der Erreger
Über 200 verschiedene Virenarten können
Husten, Schnupfen
und Heiserkeit auslösen. Kein Übeltäter gleicht dem anderen,
aber alle verursachen sie die gleichen Symptome. Kaum stellt sich unser
Immunsystem
auf einen Erreger ein und bekämpft ihn, wird es schon mit dem nächsten
konfrontiert. Und der ist geringfügig anders, so dass die Körperabwehr
wieder Zeit braucht, um sich auf den neuen Keim einzustellen.
Viren mutieren
Viren verändern
ständig ihre Oberfläche, und eine kleine Mutation reicht schon aus, um
unser Immunsystem ins Leere laufen zu lassen. Auch wenn unsere
Körperabwehr gegen ein bestimmtes Erkältungsvirus bereits
Vorsichtsmaßnahmen getroffen hat, schützt uns das nur bedingt vor einer
weiteren Infektion mit demselben Erreger. Unser Immunsystem
identifiziert Eindringlinge anhand ihrer äußeren Form. Ändert der
Erreger sein Aussehen, vermag das Immunsystem in ihm keinen alten
Bekannten zu erkennen. Auch hier unterscheiden die Virologen zwischen
Erkältungsviren und Grippekeime.
Kontakt zu Mitmenschen
Der dritte wichtige
Grund, warum wir immer wieder krank werden, ist der dauernde Kontakt mit
den Erregern. Wo immer viele Menschen zusammen sind, sind auch unzählige
Viren zugegen. Grippe und Erkältung zieht man sich entweder durch
Tröpfchen- oder Schmierinfektion zu.
Jedes Mal, wenn ein kranker Mensch niest oder hustet, versprüht er auch
eine Menge Viren. Oft genügt es schon, diese Luft einzuatmen, um sich
anzustecken. Gerade in der U-Bahn oder beim Einkaufen ist es mehr oder
weniger unmöglich, den Krankheitserregern aus dem Weg zu gehen.
Die Schmierinfektion ist noch schwieriger zu vermeiden. Denn man sieht
oft nicht, wenn ein erkrankter Mensch seine Viren hinterlässt. Häufig
reicht es schon, wenn man sich die Nase putzt oder in die Hand hustet,
um Viren an den Händen zu haben – und damit auf Türklinken,
Telefonhörern oder Kugelschreibern zu übertragen. Wenn man sich dann in
der Nase bohrt, die Augen reibt oder Fingernägel knabbert, kommen die
Schleimhäute in Kontakt mit den Viren und die Krankheit ist
vorprogrammiert. |