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E-Zigaretten in der Diskussion
Die
E-Zigarette ist auch in Deutschland im Kommen – und gleichzeitig
umstritten wie nie zuvor. Gesundheitsexperten warnen vor schädlichen
Effekten auf die Atmungsorgane. Das Problem: Über mögliche langfristige
Folgen des Konsums von E-Zigaretten liegen bislang keine Daten vor.
Warum eine
E-Zigarette?
Die
elektrische bzw. elektronische Zigarette (E-Zigarette) wird häufig als
„gesündere“ Art des Rauchens beworben und als Hilfe, mit dem Rauchen
aufzuhören. Das Inhalieren einer verdampften Flüssigkeit simuliert das
Rauchen, ohne dass die Umgebung belästigt wird. Entsprechend werden
E-Zigaretten auch genutzt, um an Orten zu rauchen, an denen sonst nicht
geraucht werden darf. Es wird als Vorteil angesehen, dass Nikotin ohne
die zahlreichen weiteren (rund 7.000) Chemikalien einer herkömmlichen
Zigarette inhaliert werden kann.
Wie funktionieren
E-Zigaretten?
Im
Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten finden bei E-Zigaretten keine
Verbrennungsprozesse statt. Stattdessen wird Flüssigkeit (so genanntes
Liquid) verdampft und durch Saugen am Mundstück der Zigarette inhaliert.
Der Dampf soll den Tabakrauch dabei simulieren. E-Zigaretten bestehen in
der Regel aus einem Mundstück aus Kunststoff, einer elektronischen
Verdampfungseinheit und Depots oder Kartuschen (Nachfülleinheiten) mit
Liquid sowie einem Ladegerät. Die zu verdampfende Flüssigkeit (Liquid)
enthält verschiedene Substanzen wie zum Beispiel Propylenglykol (E
1520), Glyzerin, Ethanol, Nikotin und/oder Aromastoffe. Zu rund 90
Prozent besteht der Dampf aus Propylenglykol, das als Feuchthaltemittel
wirkt. Entwickelt wurde die heutige E-Zigarette übrigens in China.
Gesundheitliche
Bewertung von E-Zigaretten
Anfang
des Jahres warnten Lungenärzte in einer Pressemitteilung vor dem Konsum
von E‐Zigaretten: „Aus Sicht der Lungenheilkunde kann für die
E‐Zigarette keine gesundheitliche Unbedenklichkeit ausgesprochen werden
– im Gegenteil: Neueste Studienergebnisse zeigen, dass der Konsum von
E‐Zigaretten schädliche Auswirkungen auf die Atemwege hat“ (Quelle:
http://www.lungenaerzte-im-netz.de). Auslöser für die Warnung war eine
US-amerikanische Studie, die vor wenigen Monaten in der international
renommierten Fachzeitschrift „Chest“ veröffentlicht wurde (Vardavas et
al. 2011). In dieser Studie hatten Wissenschaftler 30 Raucher
untersucht, die über fünf Minuten aus einer E-Zigarette inhaliert
hatten. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe stellten die
Wissenschaftler folgendes fest: Während der kurzen Inhalationszeit von
nur wenigen Minuten sank die Konzentration von Stickstoffmonoxid in der
Ausatemluft deutlich ab. Dieser Effekt tritt auch beim Rauchen auf. In
der Kontrollgruppe hingegen, die eine E-Zigarette ohne Patrone erhalten
hatte, blieb das Stickstoffmonoxid auf dem normalen Wert für gesunde
Erwachsene. Außerdem konnten die Wissenschaftler eine Einengung der
Atemwege nach Inhalation der Dämpfe aus der E-Zigarette nachweisen. Für
den schädlichen Effekt machten die Autoren der Studie in erster Linie
die Substanz Propylenglykol verantwortlich. Bereits aus früheren Studien
ist bekannt, dass Propylenglykol die Atemwege reizt.
Auch
die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt vor
Gefahren durch nikotinhaltige E-Zigaretten: „Aufgrund der bislang
unzureichenden Deklaration der Inhaltsstoffe in den Flüssigkeiten werden
Verbraucher über mögliche Gesundheitsrisiken im Unklaren gelassen.“ Das
Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) bezeichnet die E-Zigarette als
„keine unbedenkliche Alternative“: In einigen der Zigaretten-Kartuschen
hatte die US-Kontrollbehörde FDA krebserregende Substanzen nachgewiesen.
Strikte Regulierungen für die E-Zigarette gibt es in Dänemark, Kanada
oder Österreich. In Norwegen, der Türkei, der Schweiz und auch in China
(wo der Zigarettenersatz vor ca. 15 Jahren entwickelt wurde) ist die
E-Zigarette mittlerweile verboten. In Deutschland ist die Rechtslage zum
Thema E-Zigaretten uneinheitlich. So hat zum Beispiel das Bundesland
Bayern den Handel mit nikotinhaltigen E-Zigaretten untersagt.
Nordrhein-Westfalen und Bremen schlossen sich diesem Beschluss im
Dezember 2011 bzw. Januar 2012 ebenfalls an.
Das
FAZIT: Die Gesundheitsrisiken der E-Zigarette sind ungewiss. Studien zum
Langzeiteffekt bei wiederholtem Konsum von E‐Zigaretten stehen bisher
noch aus.
Quellen:
-
www.lungenaerzte-im-netz.de,
Pressemitteilung vom 16.01.2012
Gesundheitliche Risiken von E-Zigaretten nicht unterschätzen;
Pressemitteilung der BZgA vom 19.12.2011
-
ardavas CI et al. Acute pulmonary effects of using an
e-cigarette_ impact on respiratory flow resistance, impedance and
exhaled nitric oxide.
Chest; prepublished online December 22, 2011; DOI
10.1378/chest.11-2443
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